Ein Statussymbol im HipHop ist back: der Nike SHOX!

Die Sneaker-Legende im Basketball und HipHop erlebt ihr Revival.

Sportswear ist mittlerweile fester Bestandteil von Popkultur geworden. Joggers werden – das ist längst Konsens – nicht mehr nur im Gym, auf dem Fußballfeld oder der Couch getragen, sondern straßentauglich mit Accessoires kombiniert. Lässige Outdoor-Outfits dominieren die Schaufenster, immer öfter auch die Laufstege der internationalen Fashion Weeks. Was bei der Grundausstattung keinesfalls fehlen darf: die guten alten Sneaker. Sie geben dem Outfit nicht nur den finalen Schliff, sondern verleihen schlichtweg Style.

Um das Verlangen nach dem bequemen Schuhwerk aufrecht zu erhalten, stellen Brands immer wieder sicher, dass unser Interesse weiter wächst. Seien es neue, innovative, manchmal auch fragwürdige Modelle, Kooperationen mit Stars, oder das allzeit beliebte Revival von Klassikern. Nike setzt momentan auf letztere Taktik und ruft den „Nike SHOX” erneut ins Leben, der Anfang der 2000er-Jahre für ordentlich Furore sorgte.

Auslöser dafür war Vince Carter. Als der US-amerikanische Basketballspieler während eines Games einen legendären Dunk hinlegte, wurde nicht nur er selbst zur lebenden Legende, sondern auch die Schuhe, die ihn in zu dem Sprung verholfen haben: Es handelte sich dabei um kein geringeres Modell als den „Nike SHOX”.

Zur selben Zeit etablierte sich der Schuh auch innerhalb der UK-Musikszene als Statussymbol. Wo die „Gazelle” von Adidas das Aushängeschild der Indie-Bands war, rühmten sich allen voran Künstler der Grime-Generation mit dem „SHOX”. Prägend für die Bewegung war der britische Musiker Lethal Bizzle, der in seinem Video zur Single „Pow“ dem Schuh zu seinen Kultstatus verhalf. Aktuell kollaboriert Skepta mit Nike und designte schon eine eigene „SHOX”-Version.

Auch bei uns erlebt der Schuh gerade sein Comeback, die Werbeflächen der Nike Stores präsentieren bereits ihren Liebling. Das Gesicht der aktuellen Kampagne ist jedoch kein HipHop- oder Basketball-Boy, sondern die Profi-Fußballspielerin Manjou Wilde. Die 24-Jährige spielt derzeit beim Erstligisten SGS Essen und ist bereits Fan des Reboots. Auf dem Spielfeld gibt sie gerne mal den Ton an, privat lässt sie eher ruhigere Töne walten, zum Beispiel, wenn es ums Studium geht. In unserem Interview spricht das junge Talent über seine Lieblingsmusik, geschlechtsneutrale Sportswear und – Achtung: Drogendealer-Schuhe.

„Unisex-Kollektionen geben uns mehr Freiheit!“

Manjou, in der neuen Kampagne zum „Nike SHOX Enigma 9000“ sieht man dich makellos gestyled. Seit wann setzt du dich privat konkret mit der Auswahl deiner Kleidung auseinander?

Das Interesse kam bei mir tatsächlich eher spät auf. Seit ich Kind bin, spiele ich Fußball, dementsprechend hat man sich immer sportlich gekleidet, was manche Leute vermutlich als eher „jungenhaft“ gedeutet haben. Mir war es mit 13 Jahren einfach nicht wichtig, ob ich die hipsten Sachen getragen habe. Mit 16 Jahren kam dann der große Switch, und ich habe mich schlagartig für Mode interessiert! Aber auch da habe ich mich nie am Mainstream orientiert, sondern bereits nach meinem eigenen Stil gesucht.

Was macht deinen heutigen Stil besonders?

Er ist sehr wandelbar – es kommt auf die Tagesform drauf an. Ich beneide die Leute, die sich am Abend vorher ihr Outfit raussuchen. Ich habe das mal versucht, aber fühlte die Sachen dann am nächsten Tag nicht mehr.

Du hast es gerade bereits erwähnt: Als Athletin zwingt dich dein Alltag eher dazu, funktionstüchtige Outfits zu tragen, anstatt Haute Couture.

Ich muss mich in Sportkleidung an erster Stelle wohlfühlen. Danach kommt aber auch tatsächlich schon das Aussehen ins Spiel – und zusätzlich das, was die Kleidung repräsentiert. Vor allem, wenn es sich um eine Marke handelt. Nike ist für mich beispielsweise mehr Lebenseinstellung, als bloßer Name. Damit setzt man schon ein Statement. Die Marke hat außerdem über die Jahre mit tollen Athleten zusammengearbeitet, deren Einstellung ich auch teile.

Marken besitzen ja gerade bei Sportswear eine zentrale Bedeutung. Sehr beliebt sind heutzutage vor allem Styles, die von Kopf bis Fuß einer Brand entsprechen. Bei Schuhen macht man da aber dennoch immer wieder eine Ausnahme: Sie schaffen es oft, ganz für sich zu stehen.

Shoe contact before eye contact! Schuhe sind das Wichtigste an einem Outfit. Ich baue den Rest der Klamotten, die ich trage, um sie herum. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, achte ich bei Leuten tatsächlich zuerst auf die Schuhe …

Es gibt – und das halte ich für eine sehr begrüßenswerte Entwicklung – immer mehr Modedesigner und -designerinnen, die sich für geschlechtsneutrale Kollektionen entscheiden. Kleinere Brands wie Blindness aus Südkorea oder Stampd aus den USA sind da Vorreiter. Als große Marke präsentiert auch Nike immer wieder einzelne Stücke, die sich von Geschlechterrollen lösen. Wie stehst du zu diesem Wandel?

Das gibt uns mehr Freiheit! Wie cool ist es denn bitte, wenn eine Frau ein Unisex-Shirt trägt und es durch Schmuck oder Make-up betont, während ein Mann das gleiche Oberteil ganz anders zur Geltung bringt? Es ist schon fast eine kreative Herausforderung, weil uns geschlechtsneutrale Kleidung so viele Möglichkeiten gibt. Ich bin großer Fan davon!

Karl Lagerfeld sagte ja einmal, wer eine Jogginghose auf der Straße trägt, hat die Kontrolle über das eigene Leben verloren. Wie siehst du den Übergang von Sportswear zu Streetwear, die mittlerweile sogar auf dem Runway zu sehen ist?

Das ist auf jeden Fall eine spannende Frage. Für mich als Sportlerin gehört eine Jogginghose natürlich zur Alltagskleidung. Ich muss jedoch gerade an meinen Vater denken. Er hat mit Social Media und neuesten Trends nicht wirklich viel am Hut, führt aber ein kleines Geschäft mitten in einer Innenstadt und sieht jeden Tag sehr viele Menschen – und dadurch auch verschiedene Styles. Er hat mich daraufhin mal gefragt, warum plötzlich so viele Leute auf der Straße in Jogginghosen rumlaufen. Den Trend hat er einfach nicht mitbekommen, ich konnte ihm aber auch nicht wirklich eine Erklärung dafür liefern. Unsere Generation stellt das gar nicht mehr infrage: Sportswear ist Teil der Mode geworden.

Der „Nike SHOX” genießt mittlerweile eine langjährige Geschichte, nicht nur aufgrund seines prägnanten Designs. Er steht sowohl für Effizienz, als auch für popkulturellen Kult. Heute bist du Markenbotschafterin. Hält der Schuh, was er verspricht?

Ich möchte ehrlich sein: Solchen Kultsachen begegne ich eher mit Skepsis. Ich trage meine „SHOX” jedoch im Alltag auf der Straße und muss sagen, dass sie wirklich sehr bequem sind. Einige der neuen Modelle haben einen femininen Touch, was ich auch schön finde. Das Design ist an sich eher schwer – und deswegen nicht immer leicht kombinierbar. Die neuen Versionen sind etwas weicher, das ist eine angenehme Abwechslung. Ich trage sie gerne!

Wie würdest du den „SHOX” in einem Wort beschreiben?

Drogendealer-Schuh! (lacht) Das war wirklich mein erster Gedanke als ich hörte, dass er ein Revival erlebt. Früher wurden „SHOX” immer von den Jungs getragen, bei denen man sich fragte, wie sie denn eigentlich an solch teuren Schuhe gekommen sind. Heute gewinnt er aber einen ganz neuen Charakter, er ist mehr und mehr gesellschaftsfähig. Das „Badass”-Image verkörpert er meiner Ansicht nach aber immer noch.

Images verleihen nicht nur materiellen Gegenständen eine Bedeutung, sondern auch Menschen, die in der Öffentlichkeit leben. Sie dienen oft als Vorbilder. Gibt es Personen, vielleicht konkret Sportler oder Sportlerinnen, die dich motivieren und inspirieren?

Mich inspirieren vor allem Eigenschaften von verschiedenen Menschen. Dabei muss es sich nicht direkt um Sportler handeln. Wenn jemand durch die eigenen Charaktereigenschaften seine Ziele erreicht und sie in die Welt hinausträgt, um andere zu motivieren, dann hat das die Qualität eines Vorbildes. Erzähl den Leuten, warum du an der Spitze bist und wie du es geschafft hast! Das ist wichtig.

Inspirieren dich auch Protagonisten aus dem Musikbusiness?

Auf jeden Fall. Da gibt es einige Namen, als Erstes fällt mir Beyoncé ein. Im Speziellen denke ich da an ihren Song „I Was Here”. Damit hat sie meiner Ansicht nach alles auf den Punkt gebracht. Der Text geht unter die Haut und ist so ehrlich! Ansonsten höre ich laute, schnelle Musik: vor allem beim Training. Zuletzt habe ich aber verschiedene Pianostücke gehört. Das entspannt mich beim Lernen für die Uni. Und ansonsten läuft bei mir so gut wie den ganzen Tag Meek Mill – und auch mal 2Pac.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Nike Sportswear entstanden.

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