Ruel: Welttour statt Schulsport.

7 Fragen, 8 Antworten mit dem Künstler aus Sydney

Ruel ist ein Phänomen seiner Generation Z: mit gerade mal 17 Jahren ist er bereits auf dem Weg, ein Weltstar zu sein. Das Konzept für eine erfolgreiche Popfigur hat er sichtlich verstanden: Backstreet-Boy-Look, lässige Attitüde und verträumte, eingängige Songs, die das Drunter und Drüber seines (sehr) jungen Herzens widerspiegeln. Hinter der perfekten Fassade steckt jedoch ein heranwachsender junger Mann, der sein Ziel fest vor Augen hat und sämtliche Verluste einer gewöhnlichen Kindheit und Jugend im Tausch für die Musik auf sich genommen hat.

Trifft man Ruel persönlich, ist man erstmal verblüfft. Nicht nur von der körperlichen Größe des Sängers (knapp über 1,90 m), sondern vor allem von seiner charmanten, sehr erwachsenen Art. Trotz all der bisherigen, internationalen Erfolge ist der gebürtige Engländer, der in Sydney aufgewachsen ist, bescheiden auf dem Boden geblieben. Schnell wird auch bewusst, dass er noch weit hinaus möchte.
Eine Fanbase, die dem Künstler auch künftig treu bleibt, besitzt er zweifellos. Am Tag unseres Treffens taumeln sich an der Konzertstätte mehrere Grüppchen von jungen Mädchen, die etliche Stunden vor dem eigentlichen Auftritt auf ihr Idol warten. Wie angedeutet: Ruel ist der perfekte Popstar.

Im Interview spricht der Künstler mit uns über schreiende Fans, was das in ihm auslöst, warum zu viel Freizeit verrückt macht und was er aufgrund seiner Karriere niemals erleben wird. Außerdem gibt uns Ruel Antwort auf eine persönliche Frage, die wir dann doch lieber für uns behalten haben.

Frage 1:
Ruel, die Texte auf deiner aktuellen EP FREE TIME wirken wie private Tagebucheinträge. Wie gehst du beim Schreiben deiner Songs vor?

Meistens entstehen sie aus persönlichen Erfahrungen, manchmal lasse ich mich aber auch durch andere Sachen inspirieren. Zum Beispiel Filme oder die Geschichten meiner Mitmenschen. FREE TIME ist eine Mischung aus all den Sachen, schließlich bin ich ja noch sehr jung. Ein paar Songs entstanden direkt aus meinem Leben, andere durch Inspiration von Dingen, die mich berührten. Der Unterschied dabei sind die Perspektiven, aus denen ich schreibe. Wenn ich über die Erfahrungen anderer schreibe, versetze ich mich in deren Situation und versuche, sie so sehr ich kann nachzuvollziehen. Handelt es sich um etwas, das ich erlebt habe, kann ich jede einzelne Emotion in den Song miteinwirken lassen.

Frage 2:
Deine Fanbase ist ähnlich jung wie du, wenn nicht noch jünger. Wie wichtig sind soziale Medien wie Instagram für deine Karriere und Kunst?

Es fühlt sich wichtig an und vermutlich ist es das auch. Ich bin mir da immer wieder unsicher. Ich versuche, den Fokus meiner Kommunikation nicht auf soziale Medien zu beschränken. Das wirkt sehr eindimensional. Musik zu veröffentlichen und darüber zu kommunizieren ist mir auch einfach wichtiger. Dadurch kann man meine innersten Seiten kennenlernen und was mich berührt oder bewegt. Auf Instagram siehst du mal ein Bild von einem Shooting, das war es dann auch.

Frage 3:
Was ist dein erster Gedanke, wenn junge Leute auf deinen Anblick anfangen zu schreien?

Es ist schon seltsam. Ich versuche, da gar nicht so viel drüber nachzudenken. Dann genieße ich es auch. Wenn ich auf der Bühne bin blende ich die meisten Gedanken aus und gebe mein Bestes, um eine gute Show abzuliefern. Wenn die Leute dann schreien, weil es ihnen gefällt, fühlt es sich gut an. Zumindest hoffe ich, dass sie deswegen schreien.

Frage 4:
Dein Alltag scheint momentan besonders stressig zu sein. Tour, Promotion – die Dinge häufen sich. Wie behältst du einen kühlen Kopf in mitten des ganzen Geschehens?

Ich vermeide es, mich zu überarbeiten, sondern bin eigentlich meistens nur wirklich müde. Dagegen nehme ich dann gerne mal den ein oder anderen Energydrink oder lasse mich von meiner Mutter ohrfeigen, um wieder wach zu werden. (lacht)

Frage 5:
Einer der Songs auf FREE TIME heißt „Hard Sometimes“. Wenn Musik mal nicht hilft und du einen richtig miesen Tag hast: was ist die beste Lösung dafür?

Finde den Humor darin und Gründe, über das Negative zu lachen. Humor ist so ein großer Teil meines Lebens und meiner Arbeit. Im Team lachen wir ständig, nehmen uns gegenseitig aufs Kreuz. Das ist mir unglaublich wichtig. Man sollte sich nicht immer zu ernst nehmen, genauso wie man schlechte Tage nicht zu ernst nehmen sollte. Finde Leute, mit denen du darüber lachen kannst und halte dich an sie.

“Bin ich mal zu Hause, sind meine Freunde in der Schule. Ich sitze dann dort und warte, bis wir uns endlich sehen können.”

Frage 6:
Um nochmal auf den Titel der EP zurückzukommen, FREE TIME: Wie viel Freizeit hast du denn eigentlich wirklich heutzutage?

Es ist ja auch der Titelsong der EP und handelt davon, dass ich zu viel Freizeit habe. Als ich ihn geschrieben habe, war ich mitten in einer Tour, aber hatte gerade eine mehrtägige Pause. Die Sache ist die, dass mir schon nach ein paar freien Tagen das Dach über den Kopf stürzt. Die Tage sind immer voll mit Terminen und sehr getaktet, plötzlich hat man Zeit für sich und damit kann ich dann nicht immer so gut umgehen. Vor allem wenn ich in meiner Heimat Sydney bin. All meine Freunde und Freundinnen sind dann in der Schule, ich sitze in meinem Zimmer und warte bis 15:30 Uhr, bis wir uns endlich sehen können. Der Song ist eine Metapher für diese Situation. Als wir noch gemeinsam zur Schule gingen, haben wir uns dort zwar auch gelangweilt, aber wenigstens zusammen. Jetzt langweile ich mich alleine.

Frage 7:
Es ist ja auch so, dass jede Welt sich ohne die andere weiter dreht. Dein Leben geht weiter, wenn du unterwegs bist, ebenso wie das deiner Mitmenschen. Hast du durch solche Momente manchmal das Gefühl, dass du aufgrund der Karriere viele andere Dinge in deiner Jugend verpassen könntest?

Jeden Tag, ja. Versteh mich nicht falsch: Ich bin unendlich dankbar für alles, was mir wiederfahren ist und wie meine Karriere läuft. Trotzdem bin ich ab und an traurig, dass mich Dinge wie Schulsport umgehen, was für die meisten alltäglich ist. Ich versuche mich dann immer wieder auf meine Ziele zu konzentrieren. Ich sehe zu, dass es mir gut geht, physisch und psychisch. Egal was in den nächsten Jahren so kommen mag. Hauptsache, man steht dahinter und ist zufrieden. Ich möchte gar nichts an meinem Leben ändern, denn Musik macht mich sehr glücklich. Wo das alles noch hinführt, wird sich zeigen.

Frage 8:
XXXX XX XXXXXXXXXX XXXX XXXX XXXXX?

Schwer zu sagen….Rick ist so viel mächtiger und stärker, gleichzeitig aber auch stark depressiv. Vermutlich weil er all diese wissenschaftliche Dinge kennt. Morty hingegen ist lockerer und nimmt nicht alles so ernst. Das könnte ich mir gut vorstellen.

Interview
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